Die Reichsfinanzverwaltung im Nationalsozialismus

Artikelnummer:: 978-3-86108-377-1
Autor: Martin Friedenberger / Klaus D. Gössel / Eberhard Schönknecht
Seiten: 288
Abbildungen: 59
Einband: geb.
Erscheinungsjahr: 2002
Auflage:
Reihentitel: Veröffentlichungen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Band: 1
Maße: 24 x 17 cm

Darstellung und Dokumente

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Unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie entwickelte sich die Finanzverwaltung
zu einer wesentlichen Stütze des Dritten Reichs. Fiskalisches Interesse, bürokratische Effizienz
und staatlicher Antisemitismus gingen dabei eine unheilvolle Verbindung ein, die zur Mitverant-
wortung für die nationalsozialistischen Verbrechen führte, insbesondere bei der lückenlosen
Erfassung, Ausplünderung und Verwertung des Eigentums der deutschen Juden. Die von dem
konservativen Haushaltsexperten Schwerin von Krosigk und dem national-sozialistischen
Agitator Reinhardt geleitete Fachverwaltung identifizierte sich zunehmend mit dem national-
sozialistischen Regime, so dass gegen dessen Ende drei von vier Beamten Mitglieder der
NSDAP waren. Auf breiter Quellengrundlage werden die verschiedenen Aspekte dieser
Entwicklung geschildert und analysiert: Die Rolle der Finanzverwaltung bei der Judenver-
folgung, das Beamtentum im NS-Staat, das Ausbildungssystem und die Reichsfinanzschulen
sowie die Rechtsprechung in steuerlichen Angelegenheiten von Juden. Ausgewählte Bio-
graphien leitender Finanzbeamten verdeutlichen zudem exemplarisch die individuelle Ver-
antwortung und Schuld der Beteiligten. Darüber hinaus macht der Band in großem Umfang
einschlägige Quellen zugänglich, die zum Selbststudium und in Lehr- und Fortbildungsver-
anstaltungen genutzt werden können. 
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